Warum Wildnispädagogik?

erbsenpfad Wir leben in einer Zeit, in der wir Menschen uns immer mehr von unseren natürlichen Lebensgrundlagen entfernt haben. Unsere hochindustrialisierte Welt lässt wenig Entfaltungsraum für Naturkontakt. Das betrifft besonders Kinder und Jugendliche, deren Beziehung zur Natur häufig geprägt ist von falschen Vorstellungen, Angst oder Unbehagen.
Wir vergessen, dass die Erde unsere Lebensgrundlage ist und zerstören damit nicht nur unsere materielle Basis sondern verlieren auch die geistige Verbindung zu unserer Heimat. Der amerikanische Autor Richard Louv prägte dafür den Begriff „Natur-Defizit-Syndrom“.

Wildnispädagogik basiert auf ursprünglichem Wissen der Naturvölker über die Natur und über das gemeinschaftliche Leben in und mit ihr. Eine ganzheitliche Naturbeziehung steht im Mittelpunkt, die Verbindungen zur Natur, zu sich selbst und zu den anderen Menschen sollen wieder hergestellt und vertieft werden.
Wildnisfertigkeiten wie Feuer machen, sich in der Natur orientieren, Tierspuren folgen oder eine Wildpflanzensalbe machen, bringen uns wieder in Kontakt mit unserer unmittelbaren natürlichen Umgebung.
Durch Naturbeobachtung und die Erweiterung unsere Wahrnehmung werden wir wieder wach für das, was uns umgibt und mit welchen Bewohnern wir diesen Planeten teilen. Kulturelle Elemente wie Redekreise, Lieder und Geschichten lassen Gemeinschaft entstehen und lebendig werden.
Wir machen die Erfahrung, dass wir uns in der Natur und den Elementen ausgesetzt wieder wohl fühlen können und dass der Kontakt zur lebendigen Welt unser Leben bereichert.
Dafür ist es nicht wichtig, in der „richtigen“ Wildnis zu sein, denn auch in der Stadt-Wildnis und überall sonst gibt es Natur, mit der wir uns verbinden können.



Hier gibt es einige interessante Texte zu den Themen Wildnispädagogik und Naturbeziehung.

Ulrich Gebhard: Die Bedeutung von Naturerfahrungen in der Kindheit Download PDF

Andreas Weber: Lasst sie raus! in Geo 8/2010 Download PDF

Jochen Schilk: Wenn dich der Koyote mit Fragen löchert. In Oya 5/2010 Link zum Text